Das Förderschulinternat Schloss Horneburg
1. AllgemeinesSchloss Horneburg wurde zum ersten Mal vor über 600 Jahren urkundlich genannt. Eigentümer des historischen Gebäudes ist heute der Kreis Recklinghausen. Nach einer wechselvollen Geschichte befindet sich in dem historischen Gebäude seit 1965 ein Förderschulinternat in Trägerschaft des Caritasverbandes für die Diözese Münster e.V.. Der ursprüngliche Auftrag des Förderschulinternates Schloss Horneburg bestand in der Integration von Spätaussiedlerkindern, von Indochinaflüchtlingskindern und -jugendlichen. Seit Beginn der 90-er Jahre leben zunehmend Kinder und Jugendliche im Rahmen der Hilfe zur Erziehung nach § 27 in Verbindung mit §§ 34, 35a und 41 KJHG im Förderschulinternat Schloss Horneburg oder werden in Form von familienergänzender Betreuung im Tagesinternat unterstützt. Der Erziehungsnot vieler Eltern kann durch Inanspruchnahme der differenzierten teilstationären oder stationären Hilfen des Internates so begegnet werden, dass dauerhafte Fremdunterbringung und Fremderziehung vermieden werden können.
Dem systemischen Ansatz folgend, werden Symptome und Auffälligkeiten sowie Problemdefinitionen im Kontext eines sich entwickelnden familiären und sozialen Bezugssystems betrachtet und bearbeitet. Insofern stellt die Eltern- und Familienarbeit neben der individuellen Begleitung und ganzheitlichen Förderung der Kinder und Jugendlichen einen wesentlichen Aspekt dar. Die MitarbeiterInnen des Förderschulinternates Schloss Horneburg fühlen sich einem christlich-humanistischen Menschenbild verpflichtet. Annahme und Wertschätzung der Individualität sind Grundhaltungen, die in ein ganzheitliches Erziehungsverständnis einfließen und die pädagogisch-psychologische Arbeit bestimmen. Dieses wird von dem Leitgedanken geprägt, dass jeder Mensch die Ressourcen in sich trägt, das eigene Leben selbstverantwortlich zu gestalten, Herausforderungen und Entwicklungsaufgaben anzunehmen und sozialverantwortlich zu handeln. Die Fachkompetenzen der InternatspädagogInnen resultieren aus verschiedenen pädagogisch-psychologischen Ausbildungen, vielfältigen langjährigen Berufserfahrungen sowie der Zusammenarbeit in multiprofessionellen Teams. Die Arbeit der PädagogInnen wird mit intensiver Fachberatung durch den gruppenergänzenden psychologisch-heilpädagogischen Dienst unterstützt. Diese Arbeitsgrundlagen gewährleisten ein hohes Maß an Professionalität, die sich durch differenzierte Beziehungsangebote für Kinder und Jugendliche bei gleichzeitig hoher Konfliktfähigkeit und -bereitschaft der PädagogInnen ausdrückt.
Alle Kinder und Jugendliche besuchen öffentliche Schulen mit dem Ziel, einen ihren Fähigkeiten entsprechenden Schulabschluss zu erlangen. Es besteht eine intensive Kooperation zwischen den LehrerInnen und den PädagogInnen in Form von Gesprächen, Rückmeldesystemen und regelmäßigen Präsenzzeiten von MitarbeiterInnen des Internates an den Schulen. Der Prozess der Berufsfindung, der Einstieg ins Berufsleben sowie der Wechsel zu weiterführenden Schulen werden intensiv vorbereitet und begleitet. |
||||||||||||||||
2. Zielgruppen
Eine Aufnahme in der Einrichtung ist möglich
Durch Inanspruchnahme der differenzierten teilstationären oder stationären Hilfen des Internates soll eine dauerhafte Fremdunterbringung und Fremderziehung vermieden werden. Häufige Problemkonstellationen von Kindern und Jugendlichen, die zu einer Aufnahme in das Förderschulinternat Schloss Horneburg führen, sind:
Weitere Aufnahmeanlässe sind spezifische Belastungen, Beeinträchtigungen oder Erkrankungen seitens der Eltern, die dadurch in der Ausübung ihrer Erziehungsaufgaben eingeschränkt sind und ihre Elternverantwortung zeitweise nicht ohne Unterstützung erfüllen können.
|
||||||||||||||||
3. ZieleMit der Aufnahme von Kindern und Jugendlichen im Rahmen der „Hilfe zur Erziehung“ versteht sich das Förderschulinternat Schloss Horneburg als Hilfe in belasteten familiären Situationen. Daraus ergeben sich folgende Ziele:
|
||||||||||||||||
4. Wohnen und Leben
Für alle Gruppen gemeinsam nutzbar sind weitere Räume für Sport, Werken, Disco, Spiele, Meditation und Entspannung etc. Zusätzlich verfügt das Förderschulinternat über eine eigene, modern und großzügig ausgestattete Sport- und Therapiehalle.
Der klar strukturierte Alltagsrhythmus mit seinen festen Regeln und Grenzen bietet eindeutige Orientierung und Sicherheit. Die so im Gruppenalltag erfahrbaren Normen und Werte bilden die Grundlage, auf der die Kinder und Jugendlichen alternative Verhaltensmuster erproben und einüben und somit ihr Handlungs- und Bewältigungsrepertoire erweitern können.
Kinder und Jugendliche werden ihrer Entwicklungssituation entsprechend mit Herausforderungen des Alltags konfrontiert, zur selbstständigen Gestaltung von Entwicklungsaufgaben ermutigt sowie durch gezielte Hilfestellung und Ich-stärkende Maßnahmen darin unterstützt, diese zu bewältigen.
|
||||||||||||||||
5. Schule und Unterstützung bei der Erarbeitung schulischer Bildungsinhalte
Unter Einbeziehung heilpädagogischer, erziehungswissenschaftlicher und psychologischer Erkenntnisse werden einzelfallbezogene Lern- und Entwicklungspläne angeregt, die sich an der aktuellen Situation des Kindes/Jugendlichen orientieren. Im Rahmen der in der Schule stattfindenden Berufsberatung durch die örtliche Agentur für Arbeit sind InternatspädagogInnen hinsichtlich der beruflichen Orientierung bzw. der Entwicklung einer weiterführenden schulischen Perspektive sowie bei der Suche nach geeigneten Ausbildungsplätzen bzw. Schulformen involviert.
|
||||||||||||||||
6. Freizeitpädagogik
In der Be- und Verarbeitung verschiedener Materialien und der Verwirklichung gestalterischer Ideen bringen Kinder und Jugendliche ihre Vorstellungen, ihre Eindrücke sowie ihr psychisches Erleben zum Ausdruck, auch wenn sie diese verbal zu äußern noch nicht in der Lage sind.
Durch Körperarbeit können die Kinder und Jugendlichen Entspannungstechniken, Yoga, autogenes Training, Meditation und Imagination erlernen.
Die so verstandene Freizeitpädagogik hat demnach neben dem Aspekt des „Spaß-miteinander-habens“ auch häufig eine wichtige therapeutische Wirkung und eröffnet ein breites Feld an Möglichkeiten, äußere Eindrücke, Erlebnisse und Gefühle zu gestalten, zu verarbeiten und inneren Bildern Gestalt zu geben.
|
||||||||||||||||
7. PsychomotorikIm Rahmen der psychomotorischen Förderung werden Kinder und Jugendliche gefördert, die in verschiedenen Bereichen (sozial-emotional, motorisch, perzeptiv, kognitiv und/oder kommunikativ) einen Entwicklungsbedarf aufweisen, dem durch das Medium Bewegung begegnet werden kann. Die positiven Auswirkungen der psychomotorischen Entwicklungsförderung lassen sich in verschiedenen Wirkungsbereichen beschreiben:
|
||||||||||||||||
8. Therapie
|
||||||||||||||||
9. Eltern- und FamilienarbeitDas Förderschulinternat Schloss Horneburg hat in seiner Konzeption das zentrale Ziel einer möglichst baldigen Rückkehr der Kinder und Jugendlichen in ihre Familien. Eltern, deren Kind im Förderschulinternat Schloss Horneburg familienergänzend begleitet wird, sind nicht von ihrem ureigenen Erziehungsauftrag entbunden. Die Elternarbeit verstehen wir als einen zielgerichteten Prozess zur Stärkung der Erziehungskompetenzen der Erziehungsberechtigten und zur Veränderung von erzieherischen Rahmenbedingungen. Ein regelmäßiger Austausch zwischen Eltern und Internatspädagogen dient der Sicherstellung einer gemeinsam getragenen Erziehungshaltung gegenüber dem Kind/Jugendlichen. Das Kind/der Jugendliche wird in alters- und entwicklungsgemäßer Weise in die Beratungsgespräche einbezogen. In Abhängigkeit der Dynamik und der aktuellen Themen innerhalb des Familiensystems stehen folgende Beratungsinhalte im Vordergrund:
Die Beratungsgespräche werden von Diplom-PsychologInnen, Diplom-PädagogInnen und Diplom-HeilpädagogInnen mit langjähriger Berufserfahrung und (familien)therapeutischer Zusatzqualifikation in Ergänzung durch die GruppenpädagogInnen in ca. drei- bis vierwöchigen Abständen geführt. Bei Bedarf wird die Gesprächsfrequenz individuell den familiären Erfordernissen angepasst und kann entsprechend häufiger sein. |
||||||||||||||||
| © 2008 by Internat Schloss Horneburg, Webmaster |